Donnerstag, 13. September 2012

Mein Brettchenwebrahmen


Als ich noch aktiv im Mittelalter unterwegs war, habe ich mich sehr für die alten Handwerke, für die Frau, intessiert.Eigendlich noch bis heute :o)
Spannend fand ich, unter anderem, das Brettchenweben. Schon vor Hunderten von Jahren haben die Frauen, ein wahrhaft durchdachtes System gefunden, durch Brettchenweben,ihre Kleidung mit schönen Borten aufzuwerten.
Wie kommt man bloß auf so etwas? Man nehme viele flache Brettchen,mit 4 Löchern an den Ecken versehen,aus Holz oder sogar aus Tierknochen, stecke verschieden farbige Garne dadurch und drehe vor und wende, mit dem Schiffchen noch queer durch und plötzlich kommen die tollsten Muster herraus. Einfach genial und viel zu schade um in Vergessenheit zu geraten. Zum Glück gibt es heute wieder mehr Menschen, die diesem tollen Hobby nachgehen.
Ich wollte das auch mal ausprobieren, was ich aber damals gefunden habe, waren entweder die Kleinen Hüftgeräte oder kleine Tischwebgeräte. Ich wollte aber was großes, für lange Bänder,also wieder selbermachen :o)
Zuerst habe ich mir ein Buch besorgt, über die Technik des Brettchenwebens.


Dann habe ich mir überlegt, wie der Rahmen aussehen soll.
Ich dachte da an eine Form, wie eine Harfe sollte er aussehen und möglichst keine Schrauben oder so, zu sehen sein.
Der Brettchenwebrahmen sollte auch auseinander genommen werden können, damit ich den im Sack überall mitnehmen kann.
Ok, ich also ab, in den Lieblingsbaumarkt, Bretter aus Kiefer und runde Buchenstäbe, in dick und dünn, besorgt. Etwas zum Beizen.Ich habe Mahagonie mit Nussbaum gemischt.Mit der Stichsäge die Form gesägt ,alles geschliffen und gebeizt.Etwas matten Klarlack drüber, falls mal Regen darauf fällt, ich trau der Beize nicht so, bei Feuchtigkeit färbt die ab und wer will schon rote Wasserflecken an seiner mühsamen Handarbeit haben. Mit der Bohrmaschine und dicken Holzbohrer Löcher in die Bretter und in die dicken Buchenstäbe gebohrt.
Was soll ich sagen, eine mordsmäßige Arbeit.
Heute würde ich den Brettchenwebrahmen anders bauen.
Dann habe ich mir aus einer alten Schrankrückwand 26 Brettchen gesägt, alles mit Löchern versehen, glatt geschliffen und mit Leinöl eingeölt.Ein kleines Schiffchen gesägt und eine dicke Holznadel gemacht, man weis ja nie, wozu man die noch braucht.
Für den Anfang reicht mir das, sollte ich irgendwann mal so richtig, im Brettchenwebfieber sein, würde ich mir vieleicht fertige Brettchen kaufen.

 Hier ist ein dickerer Holzstab zu sehen, die beiden Löcher haben den Abstand von der Stärke der Bretter. 2 kleine Buchenstäbchen und etwas rotes Leder, damit die großen Stäbe nicht wackeln, wenn man sie festmacht.Alles muss schön Straff befestigt werden.
Hier noch ein paar Detailaufnahmen vom Rahmen:









Humpf, so wirklich bin ich noch nicht dahinter gekommen, wie das Ganze funktioniert, ich mache die Borte nach Plan, aus dem Buch.Die Machart habe ich zwar verstanden, aber wenn ich bedenke, wie die Frauen sich das System ausgedacht haben,da kann ich nur den Hut ziehen.Man muss schon vorher wissen, welches Muster man machen möchte und durch die verschiedenen Löcher, eine bestimmte Menge Fäden ziehen.Dann die Brettchen hin und her drehen, queer rüber jedesmal, mit dem Schiffchen.Wie sie die Fäden aufspannen müssen,die Anzahl der Brettchen,in welches Loch die Fäden müssen, damit sie ein bestimmtes Muster bekommen,das wusten die Frauen von damals, schon sehr genau. Die Muster sind so vielfältig ,teilweise richtig kompliziert und das haben Frauen schon vor Hunderten von Jahren erfunden, ich kann da nur staunen. Ich wäre nicht mal ansatzweise darauf gekommen, das meiste von den Handarbeiten,von früher erschließt sich mir, das wieso und die Weiterentwicklung, aber Brettchenweben noch nicht so ganz. Da wäre ich im Leben nicht drauf gekommen und dabei sind die Borten auch noch so schön und praktisch. Meine noch nicht, da muss ich erst mehr üben. :o)





Hier habe ich mir noch ein Riesenschiffchen gesägt, für die Borte zum Aufwickeln und es ist noch  selbstgefärbte Baumwolle zu sehen. 





 Hier nochmal der Fuß,er ist in einem Stück, mit Schrauben, von unten befestigt.
Sonst sind an keiner Stelle Schrauben und unten, das sieht man ja nicht :o)
Der Fuß bleibt auch zusammen, so habe ich einen stabilen Untergrund, damit der Webrahmen auch nicht umkippt.


So sieht der Brettchenwebrahmen kompett aus.Höhe 125cm ,Breite ca.35cm, Tiefe 88cm.
Heute staubt er etwas herum, aber ich habe auf jeden Fall vor, da noch mal weiter zu machen und ich freue mich jedesmal beim Anblick, meines selbst erdachten, selbstgebauten Brettchenwebrahmes.
Schließlich habe ich wochenlang dran rumgewerkelt und er sieht in etwa so aus, wie ich ihn haben wollte.
Auch wenn er mir heute etwas zu umgeständlich gedacht vorkommt, vor allem wenn ich andere Webrahmen dagegen sehe.
Macht aber nix. Für mich, als Anfänger, reicht mein Brettchenwebrahmen vollkommen aus....winke,winke,eselfee :o))

Freitag, 7. September 2012

Hüftwebgerät nach Art der Maja

Ich bin,vor etlichen Jahren, mit einem Teil der Mittelaltertruppe, für ein langes Wochende,
nach Tilleda gefahren.
Wir hatten mit anderen Gruppen ein großes Lager errichtet und waren so zusagen lebendige Darsteller aus der alten Zeit, im Freilichtmuseum.
Ein wirklich tolles Erlebniss.Es wurde sich ausgetauscht und am Ende gab´s auch eine große Schlacht um die Burg. Ein anschließendes Rittergelage, bildete den krönenden Abschluß der tollen Tage. Ich bin auch in Gewandung im Freilichtmusum rumgestromert und habe mir die alten Nachstellungen, in den kleinen,schönen Gebäuden angesehen.
Da gibt es ja soviel zu sehen, für jemanden der sich dafür interessiert und die Umgebung, einfach traumhaft.
Jedenfalls, ich war begeistert und vieleicht fahre ich ja auch eines Tages wieder hin.
Ein Gebäude hatte mir besonders angetan. Darin war ein riesiges Teil zum Weben aufgestellt, so haben die früher ihre Stoffe hergestellt.Hmmm... schon kam mir eine Idee.Viele Frauen auf den Mittelaltermärkten oder ähnliches, führen alte Handwerkstechniken vor. Sie weben und spinnen und was ich nicht alles.Mit echten Nachbauten, teilweise schon recht groß.Tja..aber alleine so große Sachen mitschleppen, das ging gar nicht.Wenn ich bedenke, was ich damals alles an Gerödel mitnehmen mußte und meistens war ich nur ein Mitfahrer. Also etwas Kleiners muste her.Ich habe eine ganze Weile rumgesucht, bis ich schließlich ein tolles Buch gefunden habe. Da wurde ein Webrahmen nach Art der Maja vorgestellt,ein Hüftwebgerät, das ist es...klein in der Unterbringung. Auch wenn man schon die Fäden dran hat und angefangen hat zu weben, rollt man das Ding einfach ein, wenn man weiterzieht. Packt es in einen Sack und man kann es so leicht und einfach verstauen.
Na und sieht doch mittelalterlich aus. Da es mir erstmal nur um die Vorführung zum Weben, auf alten Geräten ging, habe ich mir den nachgebaut.
Man kann aber auch, wenn man kaum Platz in der Wohnung für einen großen Webrahmen hat, so ein Hüftwebgerät nehmen.

Hier ein Bild aus dem Buch" Einfaches Weben",wo eine Frau beim Weben dargestellt wird.

In dem Buch gibt es auch eine Zeichnung, aus welchen Teilen das Hüftgerät gebaut ist und wie man es zusammensetzt. Unzählige Muster und die Geschichte finden sich in dem Buch wieder.
Und hier sind die Bilder von meinem Hüftwebgerät, inkl. Sack:
Den Sack habe ich mit einem langen Henkel versehen, der von fast unten bis fast oben geht , so kann man den bequem, über die Schulter werfen. Den Stoff hatte ich schon liegen, war noch aus der Stofffärbeaktion (uff, 3 f´s*g*) für meine Gewandung.
Innen gefüttert in naturweiß.
Und jetzt, das was in dem Sack ist:
Die Holzteile habe ich aus dem Baumarkt besorgt, die dicksten sind etwa Besenstieldick, ca.1 meter lang, aus Kiefer.
Die dünneren sind aus Buche.Das sogenannte Schwert ist auch aus Buche und etwas länger so ca. 120 cm. Alles per Hand ausgekerbt und dann  in Mahagonifarben gebeizt. Mit Seidenmatten Klarlack drüber gepinselt.Das erschien mir sinnvoll, da die Beize vermutlich an den feuchten Fäden etwas abgefärbt hätte.
Aus Wildleder noch den Hüftgürtel genäht und mit gekordelten Hanfseil abgebunden.
Das habe ich auch für die Aufhängung benutzt.
Bei dem Schwert musste ich eine Kante flach abschrägen, das war nicht einfach, weil Buche doch ziemlich hart ist.Natürlich von Hand, ein Schleifgerät oder Hobel hatte ich nicht. Die Maja´s hatten sowas bestimmt auch nicht....die sind noch mit der Machete in den Urwald und haben sich das Holz, statt im Baumarkt, selbst geschlagen.;o) Also, nicht nicht so anstellen und von Hand selber schnitzen und schleifen :o))
Hier noch ein Beutel für die großen Schiffchen:
Die Schiffchen habe ich aus flachen Bucheleisten gemacht und eine große Holznadel dazu.
Zu einer Vorführung ist es dann aber doch nicht gekommen.
Das hatte viele Gründe, die hier so nicht herpassen, aber weil es mir so viel Spass gemacht hatte, habe ich mir etwas später noch einen großen Brettchenwebrahmen gebaut, aber das kommt beim nächsten Mal dran.... winke,winke,eselfee :o))





Donnerstag, 6. September 2012

Eine einfache Gewandung für die Frau


Als ich gerade frisch in den Mittelalterverein eingetreten war, wurde ich gefragt bei meinen ersten Treffen:
haste nicht Lust, schon nächstes Wochenende mitzukommen, wir könnten dich gut an einem Stand für Kinder gebrauchen....öhhh ja, aber ich habe doch nix anzuziehen.Leihen konnte mir auch keiner was....ähhh,ist ja nur noch eine gute Woche.....macht doch nichts, ein paar einfache Sachen, ein weißes Tuch, kein Problem, kann man ja alles im Internet bestellen.
Ok, kein Problem, ich komme mit euch.
War dann aber doch.Das was ich haben wollte, hatten die damals im Internet nicht und wenn ja zu teuer. Ich wollte doch nur eine einfache Frau so ca. 12tes Jahrhundert,sein,ohne Schnick Schnack und auf gar keinen Fall so aussehen, wie aus einem Polyesterfantasiefilm entsprungen.Wenn ich auch noch Pech hätte, würden die Sachen eh zu spät mit der Post ankommen....was tun?..Also habe ich rumgesucht und etliche Stoffe, die Mittelalterähnlich aussehen,gefunden. Leinenbettlaken,Bettwäsche, alte Tischwäsche und was weis ich nicht alles,raus aus dem Schrank. Dann rüber zum Ihr Platz gelaufen (da gab es den noch*schniff*ich werde dich vermissen) und Heidmann Wäschefarben in Blau,Orange,Braun und Grün besorgt. Bis auf die Weißwäsche für das Hemd und die Kopfbedeckung, alles in die Maschine und gefärbt was das Zeug hält.Mit dem Thema Gewandung hatte ich mich schon vorher beschäftigt und so wuste ich in etwa, was ich wollte.
Ich brauchte ein Hemd, Rock,Überrock, eine Tasche, Gürtel und einen Umhang für den Sommer.
Ich hatte vorher schon Leute in ähnlichen Sachen gesehen und am Besten gefielen mir die, die etwas urtümlich aussahen, das wollte ich auch und so habe ich alle Sachen von Hand genäht....jede freie Minute, bis zum nächsten Treffen, habe ich dazu genutzt.Später habe ich mir dann eine zweite Garnitur zum Wechseln, auch von Hand genäht.
Ich habe die so gemacht, das ich die Sachen untereinander kombinieren kann, so sieht man immer etwas anders aus.
Hier die Bilder..... bitte verzeiht ihr, werten Schaulustigen, die Kleidung ist nicht gebügelt und nicht erschrecken, daß die Sachen etwas wie farbigen Lappen ausehen...zum Schluß kommt noch ein Bild, da sieht es etwas  besser aus :o)
Zuerst das Hemd Nr. 1

Als Schnittmuster habe ich einfach ein großes T Shirt genommen und die Ärmel länger gemacht....
Den Stoff habe ich doppelt genommen und oben das Kopfloch ausgeschnitten, umgenäht und einfach etwas Lederband zur Verziehrung reingenäht. Beim Waschen ist das Lederband etwas ausgefärbt, macht aber nichts, ist ja trotzdem noch Mittelaltermäßig.
Die Ärmelkanten habe ich auch umgenäht...muss man aber nicht. :o)


Dann habe ich mir einen Wickelrock gemacht, gut darin zu Laufen (Beinfreiheit) Da einfach ein gerades Rechteckt, so ca. 140cm mal 110, je nach Länge der Beine und dem Bäuchlein :o))Daran zwei lange Bänder, zum Schließen, als Gürtel annähen.


Das Überkleid ist auch ganz einfach.Den Stoff sehr lang, praktisch von oben nach unten, breit genug um sich zu bewegen, doppelt hinlegen und oben ein großes Loch reinschneiden, an den Seiten die Armöffung freilassen und dann zusammen nähen. Sieht etwas aus wie ein Sack, aber deshalb bloß nicht zu eng halten... das Ganze muss ja über allem, was darunter ist auch noch gut passen. Unten einen Schlitz lassen, sonst gibt es Probleme beim Laufen.Etwas auf Figur wird es später mit einem Gürtel.

Hier in Braun.....da ist ein kleiner Hauch von Ärmeln dran, das passiert, wenn man an den Seiten etwas abschneidet, falls der Stoff an den Seiten echt zu breit ist, aber sieht angezogen ganz ok aus.


Dabei den Gehschlitz nicht vergessen :o))
 
Hier ein Rock,ohne Bund, einfach einen breiten Schlauch mit Überschlag nähen, so lang und breiter, als wie das Figürchen ist. Der Gürtel, der das Ganze oben hält, wird unter dem Rocküberschlag versteckt.Etwas zurechtzuppeln und das ganze sitzt.

 
Hier nochmal eine andere Hemdvariante...da habe ich die Ärmel großzügig umgenäht und Hanfseil durchgezogen und oben den Ausschnitt offen gelassen.
 
Große Dreieckstücher braucht Frau immer, zur Schulterbedeckung, an der Taille.....
einfach bunte ausgefranzte Vierecke in der Größe, die man haben will, doppelt legen und fertig.
 

 
Auch lohnt es sich alte Baumwoll Leggings, Baumwollsocken und sonst noch was, mit einzufärben...falls es mal kalt ist und unten drunter sieht man ja nicht, das da was Moderes lauert :o)...aber wenn doch, ist es wenigstens farblich abgestimmt....
 Hier noch ein Sommerumhang...aus einer alten gelben Tischdecke :o)) Vorher potthäßlich....
Ich hatte die in Dunkelblau mitgefärbt und heraus kam das hier...ich dachte Mensch, was für ein Zufall, sieht ja toll aus, das Muster am Rand farblich anders und der Rest ist Grün geworden...das wird mein Umhang....einen kleinen Knoten für Vorne mit Hanfseil abgebunden, beim Umhängen etwas zurechtzupfen und Tadaa fertig :o))
Die Größe ca. 120cm mal 110cm.
Den Sommerumhang kann man auch, wenn man keine alte Tischdecke hat, einfach aus Leinenstoff nähen.....
soo, das ist meine einfache Gewandung, die Gürteltasche und die Felltasche habe ich in meinen Blog unter Mittelalter Zubehör..beschrieben und so sieht nun das Ganze angezogen aus :o)

ok unten rum...da fehlen auf dem Bild noch die Schuhe,manchmal bin ich auch barfuss los, aber wenn ich damit unterwegs war, habe ich mich sauwohl gefühlt. Es hat auch keiner meiner Kollegen damals gemeckert, wie ich rumgelaufen bin.
Danke euch noch heute,vielmals, ihr Lieben, dafür :o))*Verbeug*
Danke auch an meine Freundin, das ich dieses Bild verwenden durfte...als ich im Mittelalter unterwegs war, habe ich soviel Ablenkung gehabt und deshalb leider keine eigenen Fotos gemacht.
Winke,winke, eselfee :o))




Mittwoch, 5. September 2012

Das Mittelalter Zubehör


Eine Zeitlang war ich in einem Mittelalterverein.
Auch mit wenig Geld kann man sich, als Frau eine Gewandung, so nennt man die Kleidung und etwas Zubehör beschaffen. Oben auf dem Bild, befindet sich ein Löffel, selbstgeschnitzt, aus einem viertel Birkenast.Dazu ein dickes gerades Stück Birkenast, in Länge des ca. Löffels, erst zur Hälfte spalten....und die Hälfte wieder spalten, zum Löffel schnitzen,ausschaben,schleifen, eingeölen, Loch rein und fertig....öhh, ein paar Stunden braucht man schon. Aber früher haben die Menschen das auch so gemacht und man hat lange Freude dran.Der kleine Trinkhornhalter ist aus Leder selbstgenäht.
Hier noch ein paar andere Beispiele:
 
Ein Feuerstein zur Zierde.
Ein kleiner Lederbeutel.Rundes Lederstück, tellergroß ausschneiden,mit ein paar Löchern ringum versehen, Lederband durch und fertig.
Ein altes Küchenmesser,mit Holzgriff, in einem dicken Lederschaft, ummantelt mit Fell. Der Lederschaft ist nötig, das Messer ist sauscharf und sticht einen sonst ins Bein.

 Das alte Küchenmesser habe ich von einem Scherenschleifer auf einen Mittelaltermarkt schärfen lassen, mit Wildleder und wasserfesten Leim umwickelt, am Ende ein kleines Nägelchen ins Holz reinhämmert und so befestigt. Bei dem oberen Bild kann man einen kleinen Nagel umgeschlagen glänzen sehen, aber der fällt kaum auf.An dem Lederschaft habe ich ein Hanfseil gebastelt und kann ich es am Gürtel tragen.Hat mir so schon viele Jahre gute Dienste geleistet.

  Alte Leinenstoffe, Tischdecken,Bettlaken oder ähnliches, mit unterschiedlichen Wäschefarben für die Maschine,in gedecken Farben kann man/Frau für die Gewandung gebrauchen.
Gleich alles färben, was man hat :o) praktische Beutelchen,große und kleine Taschen für unterwegs kann man so jederzeit farblich passend nachnähen. Gut, ok, ein wenig weißen Stoff überlassen für ein, zwei  Blusenhemden und für die Kopfbedeckung....
Dieses hier ist eine Gürteltasche, mit passendem Schlaufengürtel....aus einer alten Tischdecke :o)
der Schlaufengürtel ist aus dem Rand geschnitten, etwas umgenäht und fertig.
 
 Wer will kann sie innen füttern.

Diese hier ist einer meiner Liebsten : eine selbst von Hand genähte Umhängetasche,
 aus Lammfell, mit Zotteln. 

 
Als Henkel ein langes Hanfseil kordeln, oben über der Schulter lieber mit etwas Fell befestigen, sonst:
wenn Gewicht reinkommt und man schleppt die ganze Zeit damit rum, wird es scheuern und drücken, wer will das schon :o)
 

 
Hier nochmal der Trinkhornhalter von außen, mit angenähter Gürtelschlaufe und eine Taschentüchertasche aus dünnen Leder , wo die Taschentücher locker ohne Plastik reinpassen. Mann/Frau muss ja schließlich auch mal niesen und so ist man etwas mehr Authentisch :o))
Natürlich könnte man die Sachen auch fertig kaufen, aber wenn man nur einen kleinen Teil selber macht, hat man eine ungefähre Ahnung davon, wieviel Mühe es den Menschen damals gemacht hat, sich was zum Anziehen zu besorgen.Die Felle mussten erst einmal gegerbt werden. Der Stoff, den wir heute locker überall kaufen können, dazu musste man mal erst einmal, als Beispiel, ein paar Schafe halten und hüten...dann scheren mit der Handschere...dann waschen und was weis ich noch alles, dann den Faden spinnen, zwirbeln, färben mit Pflanzen, waschen und weben......und dann erst konnte man sich daraus etwas zum Anziehen nähen.
Ich finde das hat etwas Achtung verdient, zumindest, wenn man sich mit dem Thema Mittelalter beschäftigt...... in dem vieleicht auch mal was selber macht :o))
So, und das müsste an Zubehör erst einmal reichen....zumindest mir hat es immer ausgereicht, das nächste Thema ist dann die Gewandung,selbstgemacht, vorwiegend für die einfache Frau und da kommt ein Bild, mit einer Bekannte,in meinen Sachen, damit man eine Vorstellung hat, wie es angezogen auszieht.....
winke,winke eselfee :o))
 

Montag, 3. September 2012

Fiat Uno Turbo i.e.

Eines Tages, so um 1998 brauchte ich dringend ein Auto,dieses hier konnte ich günstig haben.
Einen Fiat UnoTurbo i.e. mit 105 PS. Mit anderen Worten, für mich eine kleine Rakete :o)
Ich hätte auch eins mit weniger PS genommen, aber es war gerade kein anderes so schnell zu bekommen.Hihi, das Auto hat ja soviel Spass gemacht. Zwar schon über 10 Jahre alt und es war vieleicht etwas gefährlich,aber man konnte locker mit 240 Sachen über die Autobahn Brausen....natürlich ohne Airback und ähnlichem SnickSnack. Gesoffen hat es wie ein Loch, mindestens 13/14 Liter Super pro 100Km in der Stadt,es war öfter mal so richtig kaputt, der ADAC Abschleppdienst und ich wurden dicke Freunde ;o)
Der Wagen hat auch nicht lange gehalten und mir die letzten Kröten aus der Tasche gezogen, aber egal ich liebte ihn.
Meine erste Fahrt ging nach Hannover, einen Bekannten besuchen. Dort gingen wir in einen großen Baumarkt oder so etwas.Ich stellte meinen Wagen auf dem riesigen Parkplatz ab und nach 3 Stunden waren wir fertig und wollten wieder zurück.Als wir auf dem Parkplatz ankamen, war der Brechend voll ....öhhh..... wo steht der Wagen?
Such, such, schitt, alles kleine schwarze Auto´s....wie war doch gleich dein Nummernschild? Öhh..ja..zumindest nicht von hier...OK...nach eine halben Stunde Sucherei, in der sengenden Sonne, haben wir ihn dann gefunden.*grummel*, das gibt es doch nicht, wuste gar nicht, daß es soviele kleine schwarze Auto´s gibt....und die Idee war geboren, der Wagen wird angemalt.
Aber so Hippiemäßig...nöö...irgendwas anderes, was noch keiner hat. Gründlich wie ich bin, zu Hause in ein Malerfachgeschäft....ich möchte gern mein Auto anmalen, was können sie empfehlen? Der fleißige Verkäufer zeigte mir kleine Nagellackdöschen mit Farbe..."so etwas vieleicht?"nöö...ich will mehr..."dann vieleicht die Sprühfarbe?" Das ist mir nicht genau genug.....muss man ja alles abkleben und aufpassen wegen Nasenbildung und was weiß ich nicht alles....haben sie nicht etwas anderes?
"Also egal was sie machen, sie müssen auf jeden Fall den alten Lack ab oder anschleifen, sonst geht die Farbe wieder ab..." Noch besser, sie geben den Wagen zum Lackierer" Hmmmm, ach so...ich wieder nach Hause und erstmal gegrübelt...was genau will ich machen? Lackieren? zu Teuer......lohnt sich doch nicht für so ein altes Auto.
Ok...das Wichtigste zuerst..... wenn ich nicht vorher Schleife, dann wird die Arbeit für die Katz sein, wenn die Farbe in der nächsten Waschstraße abgeht...also....an oder ab Schleifen? Ok, ich schleife an....aber wie?
Wollte ja das Schwarz auch ein wenig behalten. Dann wusste ich, was ich wollte und bin wieder in den Laden:"ich brauche Wetterfesten Lack in Leuchtrot und Gelb."Der Herr gab mir Acyl Lack... ach und Terpentin und Schleifpapier fein.
Zu Hause bastelte ich mir ein kleines Schleifgerät......Dremel oder so, davon hatte ich doch keine Ahnung...und dann mühsam von Hand das Muster vorschleifen, immer wieder musste ich nach kurzer Zeit das Schleifpapier wechseln, weil es stumpf wurde....und meine Finger *auaaua* bekamen Blasen vom drücken und schleifen...tja...wer keine Arbeit hat, der macht sich welche,hihi.
Nebenbei konnte ich damit aber alle kleinen Kratzer und kleine Dellen ausmerzen.....der Baum auf der Haube kaschierte eine größere Delle, wie praktisch(die hab ich natürlich gespachtelt)

Hier mal eine Nachbildung meines "Schleifgeräts"

Gefühlte Millionen kleine Stücken Schleifpapier, habe ich zugeschnitten, um einen alten Pinselstiel gewickelt und mit Tesafilm befestigt.Doof darf man sein und es hat funktioniert :o)


Ich denke, hier kann man gut erkennen, wie ich vorgeschliffen habe...die Farbe habe ich mit einem Pinsel aufgetragen. Das war eine Arbeit, ich hatte nicht 1 Nase und man musste eine ruhige Hand haben. Ehrlich gesagt...es war eine Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat...aber wer A sagt muss auch B sagen.
Um die Schlüssellöcher herum habe ich gelbe Farbe gemalt, sonst hätte ich die im Dunkeln nicht gefunden, bei so einem Muster, hihi. 
 
Hinten und oben habe ich das Auto schwarz gelassen.

Hier nochmal das gleiche Bild wie oben....

Also, nicht 1 mal ist die Farbe in der Waschstraße abgegangen, ich habe ca.6 Wochen Arbeit investiert, es hat mich höchstens 60 DM gekostet und ich brauchte nie wieder meinen Wagen suchen :o))
Wer so etwas mit seinem Auto macht, muss natürlich in der Zeit mit dem halbfertigen Zustand auch rumfahren und sich die entsprechenden Kommentare gefallen lassen oder man müsste es schon für  6 Wochen abstellen. Mir hat das nix ausgemacht, ich bin gefahren.
Nach ungefähr 2 Jahren ging der Wagen, obwohl er vorher noch beim Tüv durchgekommen war, kaputt, hätte einen neuen Motor haben müssen oder so...also durfte er in den wohlverdienten Autohimmel gehen, zumindest glaube ich das.
Ich habe den in Zahlung gegeben, als ich mein anderes Auto kaufen musste und aus Mitleid oder so, habe ich noch ein paar Kröten dafür bekommen.Ich denke nicht, das der nochmal wieder in den Markt zurückgekommen ist.
Aber wer weiß, vieleicht fährt das Auto, gerade glücklich als Taxi, vollbeladen über Afrikanische Buckelpisten.......
winkewinke*schnief* war schön mit dir :o))